Einleitung
Im Rahmen meiner Aufträge als Tech-Berater und Fractional CTO muss ich Technologie-Stacks bewerten und bei der Tech-Strategie beraten. Es gibt in der Regel nie eine Universallösung. Es kommt immer darauf an. Außer bei PostgreSQL, aber das ist eine andere Geschichte (ich scherze natürlich…).
Wenn es um Microservices geht, sollten wir auf Martin Fowlers Empfehlung vertrauen: “Ein vernünftiges Argument, das wir gehört haben, ist, dass Sie nicht mit einer Microservices-Architektur beginnen sollten. Starten Sie stattdessen mit einem Monolithen, halten Sie ihn modular und teilen Sie ihn in Microservices auf, sobald der Monolith zum Problem wird.”
Dieses Zitat spricht mir aus der Seele. Der modulare Monolith ist ein sehr bodenständiger Ansatz, der die Balance zwischen der Einfachheit monolithischer Anwendungen und der Flexibilität von Microservices findet.
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Was sind modulare Monolithen?
Ein modularer Monolith ist ein Architekturmuster, das in der Softwareentwicklungsgemeinschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt. Im Kern handelt es sich um monolithische Anwendungen, die in unabhängige, klar definierte Module oder Pakete organisiert sind. Es basiert stark auf Domain-Driven Design-Prinzipien.
Diese Struktur ermöglicht es, die Einfachheit und leichte Bereitstellung traditioneller Monolithen beizubehalten und gleichzeitig die Skalierbarkeit und Flexibilität von Microservices zu bieten.
Warum werden modulare Monolithen immer beliebter?
Modulare Monolithen zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen ausgewogenen Ansatz für die Anwendungsarchitektur bieten. Hier ist, was sie besonders macht:
Einfachheit und Flexibilität: Anders als Microservices, die aufgrund ihrer verteilten Natur komplex werden können, behalten modulare Monolithen eine unkomplizierte Architektur bei. Das macht Entwicklung und Wartung einfacher.
Unabhängige Module/Pakete: Obwohl als einzelne Anwendung bereitgestellt, bestehen modulare Monolithen aus unabhängigen Modulen oder Paketen. Dies hängt hauptsächlich von Ihrer Programmiersprache ab. Dieses Design gewährleistet lose Kopplung und hohe Kohäsion, sodass jedes Modul unabhängig entwickelt und getestet werden kann. Änderungen in einem Modul haben minimale Auswirkungen auf andere, was das Risiko systemweiter Ausfälle reduziert.
Skalierbarkeitspotenzial: Obwohl der anfängliche Aufbau als monolithische Anwendung erfolgt, unterstützt die Architektur die Skalierbarkeit durch zukünftiges Refactoring, was den Übergang zu Microservices erleichtert, falls dies erforderlich wird.
Vorteile modularer Monolithen
Vereinfachte Komplexität: Die unkomplizierte Architektur modularer Monolithen macht sie einfacher zu erstellen und zu warten im Vergleich zu Microservices, die das Management mehrerer Services und ihrer Interaktionen erfordern.
Verbesserte Leistung: Mit einer Single-Process-Architektur ist die Kommunikation zwischen Modulen schnell, was die Gesamtleistung des Systems verbessert. Keine Notwendigkeit für langsame und fehleranfällige HTTP-Kommunikation.
Verbesserte Datenkonsistenz: Der zentralisierte Datenmanagement-Ansatz vereinfacht die Transaktionsverarbeitung und gewährleistet Datenkonsistenz über Module hinweg.
Einfachere Deployment-Pipelines: Weniger serviceübergreifende Abhängigkeiten und eine einzelne deploybare Einheit vereinfachen den Deployment-Prozess im Vergleich zu Microservices, die oft komplexe Orchestrierung erfordern.
Herausforderungen modularer Monolithen
Trotz ihrer Vorteile sind modulare Monolithen nicht ohne Herausforderungen:
Risiko enger Kopplung: Ohne sorgfältiges Design können Module miteinander verflochten werden, was die Modularität des Systems reduziert und die Wartung erschwert.
Skalierungsherausforderungen: Obwohl einfacher zu entwickeln, können modulare Monolithen schwieriger zu skalieren sein als Microservices, insbesondere wenn verteilte Computing-Funktionen wie Caching und Session-Management berücksichtigt werden.
Fazit
Martin Fowlers Rat unterstreicht den pragmatischen Wert, mit einem modularen Monolithen zu beginnen, insbesondere für Projekte, bei denen Einfachheit und Wartbarkeit Priorität haben. Modulare Monolithen bieten einen überzeugenden Mittelweg und stellen eine skalierbare und flexible Architektur ohne die anfängliche Komplexität von Microservices bereit. Für viele Entwickler stellen sie eine strategische Wahl dar, die sowohl unmittelbaren Projektanforderungen als auch zukünftigem Wachstumspotenzial gerecht wird.
Indem Sie modulare Monolithen einsetzen, bringen Sie Ihr Projekt auf einen Weg, der das Beste aus beiden Welten vereint – und sicherstellen, dass Ihre Anwendung robust, wartbar und bereit für Skalierbarkeit ist, wenn sich Ihre Anforderungen weiterentwickeln.
