Einführung
GPT-Modelle sind bemerkenswert und können viele Dinge tun. Vom Schreiben von Code über das Übersetzen von Texten bis hin zum Generieren neuer Inhalte. Ich persönlich nutze GPT-Modelle sehr, sehr häufig, um Texte aus Stichpunkten zu generieren. Ich schreibe keine E-Mails mehr selbst, sondern sammle die wichtigen Teile in Stichpunkten und sage dann GPT, es soll eine nette E-Mail schreiben. Fertig.
Aber wie weit können wir diesen Ansatz treiben? Und was bedeutet das für Journalisten und Online-Content?
Eine automatisierte Publikationsplattform
Zu diesem Zweck habe ich ein automatisiertes Publikationssystem erstellt, das wie ein Newsfeed aussieht. Aber dieser Newsfeed ist komplett KI-generiert. Das System crawlt Daten, generiert Artikel und veröffentlicht sie.
Das Interessante ist, dass das System auch den Stil von Autoren emulieren kann. Nicht nur ihren Schreibstil, sondern auch persönliche Präferenzen (links, rechts etc.). Das lässt Artikel sehr menschlich wirken.
Beobachtungen
Die generierten Artikel sind grammatisch korrekt. Die menschliche Note der Autoren macht es sehr schwer, sie von menschlich geschriebenen Inhalten zu unterscheiden. Ein KI-Autor schreibt sogar im bayerischen Dialekt. Lustig und sehr menschlich.
Aber manchmal geht die Textgenerierung schief (seltsame Formatierung, oder einfach die erstellten Sätze). Ich konnte bisher keine Halluzination finden - aber ich kann sie nicht ausschließen. Das deutet darauf hin, dass menschliche Intervention immer noch nützlich ist.
Ich denke, dass diese KI-basierten Publikationspipelines die Art verändern werden, wie Journalisten arbeiten. Es wird die Art verändern, wie Inhalte erstellt werden. Von einfachem “den Text schreiben” - zu “am Text arbeiten” - gemeinsam mit der KI.
Während die aktuelle Iteration des AI-Newsfeeds auf GPT 3.5 basiert, deuten meine empirischen Erkenntnisse darauf hin, dass OpenAIs GPT 4.0 erhebliche Verbesserungen bietet.
Auswirkungen auf die Gesellschaft
Das Aufkommen von KI-generierten Inhalten wirft unweigerlich Fragen nach den Auswirkungen auf die Gesellschaft auf. Viele KI-generierte Inhalte werden erzeugt werden.
Aber meiner Meinung nach ist das NICHT so sehr anders als der aktuelle Stand der Dinge. Es gibt bereits jetzt eine Menge Inhalte, die nur existieren, um Menschen zum Klicken auf Links zu verleiten oder um Suchmaschinen auszutricksen, Seiten höher zu ranken. KI-Inhalte sind in keiner Weise anders.
Aber das bedeutet auch, dass originale Inhalte (Economist, NZZ) herausstechen werden. Menschen können gute Inhalte von rein KI-generierten minderwertigen Inhalten unterscheiden. Gute Inhalte machen einen Unterschied. Und gute Recherche zu einem Thema kann nicht allein mit KI durchgeführt werden.
Nächste Schritte für AI-Newsfeed
Das Betreiben von AI-Newsfeed ist nicht teuer, aber auch nicht billig. Für mich dient es als großartige Plattform, um die Grenzen der Technologie zu erkunden. Es macht wirklich Spaß, es zu bauen.
Potenzielle nächste Schritte sind:
- Internationalisierung auf englische Inhalte und englische KI-Autoren. Derzeit ist es nur auf Deutsch.
- Wechsel zu GPT 4.0 für die Content-Erstellung. Es scheint deutlich besser zu sein (anekdotische Evidenz).
- Artikel zur gleichen Basisinformation von verschiedenen KI-Autoren erstellen. Wie cool wäre es, das Schreiben eines linken KI-Autors und eines rechten KI-Autors zu vergleichen?
- Nutzern ermöglichen, Inhalte bereitzustellen und selbst Artikel zu generieren. Das wäre ein Schritt in Richtung einer KI-Pipeline, die von Journalisten genutzt werden kann.
Fazit
KI-generierte Inhalte sind eine Chance und keine Gefahr.
Wir müssen uns schon jetzt mit minderwertigen Inhalten auseinandersetzen - und KI wird das nicht ändern. Gute Inhalte werden immer herausstechen. Und das ist wichtig! Die besten Journalisten werden KI nutzen, um ihnen beim Schreiben ihrer Artikel zu helfen. KI wird nie in der Lage sein, großartige journalistische Recherche zu aktuellen Themen zu ersetzen.
Mehr
- AI-Newsfeed: https://ai-newsfeed.r10r.com
- Bild oben vom großartigen Rishabh Sharma
